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Neckanitz


Neckanitz, früher Nicasenitz, liegt 4 1/2 Kilometer westlich von Lommatzsch. Wie schon der Name zeigt, ist Neckanitz slawischen Ursprungs. Die Zeit der Gründung lässt sich nicht mehr zu bestimmen ist. Fest steht nur, dass die kirchliche Gründung von Staucha aus erfolgt ist (1279 wird Nicasenitz als Filiale von Staucha bezeichnet). Auch das Kloster St. Afra in Meißen hatte hier allerlei Besitzungen, wovon eine Urkunde vom 5. Juni 1274 vom Marktgraf Heinrich erzählt.
Am 25. März 1330 wurde Neckanitz selbstständige Parochie, nachdem die von Neckanitz fließenden Einkünfte vom Jungfrauenkloster zu Staucha verkauft wurden.
Reformation-30-jähriger Krieg
Über die Einführung der Reformation in Neckanitz fehlen nähere Nachrichten, nicht einmal der damalige Pfarrer wird genannt. Nur die zur damaligen Parochie gehörenden Ortschaften sind überliefert: Churschütz, Krepta, Zschetschwitz (heute Meila), Birmenitz, Mögen, Poititz und Albertitz.
Kriegswirren
Von den Wirren des Dreißigjährigen Krieges wurde Neckanitz in den Jahren 1632-1637 schwer heimgesucht. Schlimmer als das schwedische Militär hat jedoch das kaiserliche gehaust. Sie verstümmelten nicht nur die Kirchenbücher, sondern brachen auch 1632 in die Kirche ein und plünderten sie aus.
Der damalige Pfarrer Geschke berichtete von Verwundung und Mord an der Neckanitzer Bevölkerung durch die vorbeiziehenden Soldaten. Doch schlimmer war die durch einen Soldaten eingeschleppte Pest, der viele Neckanitzer zum Opfer fielen.
Nicht minder schwer waren die Leiden des 7-jährigen Krieges. Der damalige Pfarrer Thomasius schreibt darüber: "In diesem 1760. Jahre ist bei der betrübenden Kriegszeit eine Seuche ... in hiesige Gemeinde gekommen, dass in diesem Jahre die Anzahl der Leichen so groß worden, als sie seit der Pestzeit nicht gewesen". Über die Kriegsnot der Jahre 1761/62 schreibt weiter: "die Kontributionen, Lieferungen und Brandschatzungen, so da gefordert und gewaltthätig erpreßt worden, sind erstaunlich groß gewesen. Bei den Einquartierungen haben sich die Hausväter mit ihren Weibern und Kindern höchst elend und kümmerlich bei Frost und Kälte behelfen und da bei den einreißenden Fiebern erkranken und sterben müssen".
Sieben Jahre später, 1770/71 kamen neue Zeiten der Not. Große Teuerung und Hungernot brach herein, wie sie seit Jahrhunderten nicht waren.


 

Verwandte Links:

Die Neckanitzer Dorfkirche
Die Neckanitzer Orgel



 

 

 
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